Konzept

 

1. Unsere Motivation

 

 

 

Es ist toll, eine Chance zu haben Kindern einen Raum zu bieten, wie man sich selbst sei­ne Betreuung für sein eigenes Kind wünscht.

 

Das ist unsere Motivation.

 

Für uns sind Kinder kleine Menschen, denen unglaublich viel Respekt gegenüber ge­bracht werden muss. Ihre Auffassungsgabe und ihr Lerndurst ist für uns immer wieder faszinierend. Wir möchten Kindern eine liebevolle, stabile, reizvolle, freundliche und vertrau­ensvolle Basis bieten. Ihnen eine schöne Umgebung bieten, in der sie ihr junges Leben das erste Mal ohne ihre Eltern verbringen. Es ist uns wichtig ihnen alle Möglichkeiten zu bieten, Neues zu entdecken, Erlerntes zu wiederholen und immer wieder Ruhepole zu schaffen.

 

Das Thema Wahrnehmung hat in unserer pädagogischen Arbeit immer wieder einen hohen Stellenwert. Das bedeutet für uns, wir sehen das Kind als Ganzes und möchten ihm alle Möglichkeiten der Wahrnehmung bieten.

 

 

 

 

 

2. Rahmenbedingungen

 

 

 

Wir betreuen insgesamt bis zu 10 Kinder im Alter von 1 bis 4 Jahren.

 

 

 

Unsere Basis-Betreuungszeiten sind wochentäglich von 7-16 Uhr. 

 

Für unseren Krankheitsfall steht eine Vertretungskraft mit der Erlaubnis zur Kinderta­gespflege zur Verfügung, die regelmäßig wöchentlich für 8 Stunden in den Gruppenalltag eingebunden wird, so dass wir für die Eltern eine kontinuierliche qualitative Betreuung ge­währleisten können.

 

 

 

Die Großtagespflege „Die Weltentdecker“ befindet sich in den Räumlichkeiten der Ahlberg­straße in Tangendorf. Hier haben wir eine Wohnung angemietet, in der uns insgesamt 98 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Wir verfügen über einen großen Spiel- und Aufent­haltsraum. Schlafmöglichkeiten stehen den Kindern selbstverständlich auch zur Verfü­gung. Neben einer Küche, einer Garderobe und dem Bad, verfügen wir auch über eine Terrasse mit einem mit den Kindern erarbeiteten Barfusspark und einer geräumigen Sand­kiste. Auf dem Innenhof befindet sich ein Parkplatz mit viel Platz, die uns zum spielen, toben und entdecken zur Verfügung stehen. Auch ein nahe­gelegener Spielplatz, den wir mit unserem 6er-Bollerwagen fußläufig zügig erreichen kön­nen, ist auch immer ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Auch Spaziergänge in der ländlichen Umgebung – bspw. zu den benachbarten Ziegen oder den auf den Feldern arbeitenden Treckern – bringen immer wieder Spaß.

 

 

 

 

 

3. Intervention (Formen pädagogischer Arbeit)

 

 

 

Die Eingewöhnungsphase ist für uns ein wesentliches Element für die weiterführende Arbeit. Zuvor jedoch, legen wir Wert darauf die Kinder in ihrer Lebensumwelt zu Hause zu besuchen, um von den Eltern in den Räumen der Kinder als Vertrauensperson vorgestellt zu werden. Kindern und Eltern wird in der Eingewöhnungsphase die Möglichkeit gegeben sich behutsam auf den Übergang von der Familie in unsere Betreuung einzustellen. Wir legen damit den Grundstein für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern und eine behutsame Beziehungsaufnahme zu den Kindern, auf der unsere weitere pädagogi­sche Arbeit ruht. Im Rahmen der Eingewöhnung wird die tägliche Anwesenheitszeit der Kinder zunehmend gesteigert, während gleichzeitig die Anwesenheit der Eltern sukzessive reduziert werden soll. Die Ausgestaltung und Dauer der Eingewöhnungszeit ist individuell verschieden.

 

 

 

In unserer Arbeit gehen wir von einem situationsorientiertenAnsatz aus. Wir stellen das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit in den Mittelpunkt. Wir erkennen seine individuellen Fä­higkeiten, Wünsche und Gefühle an. Dabei beziehen wir die konkrete Lebenssituation und persönliche Umwelt des Kindes im pädagogischen Alltag mit ein. So ist zum Beispiel gerade die Sauberkeitserziehung ein sehr sensibles Thema. In diesem Punkt müssen wir oft den Spagat zwischen den Wünschen der Eltern und den Bedürfnissen der Kinder zusammenbringen.

 

 

 

Wir sind davon überzeugt, dass die uns anvertrauten Kinder zuverlässige Begleiter auf ih­rem Entwicklungsweg brauchen. Wir sind den Kindern – und ihren Eltern – kontinuierlicher Ansprechpartner und damit Bezugsbetreuer. Unserer Meinung nach, kann es Kindern bei uns nur wirklich gut gehen, wenn die Eltern sich bei uns wohl fühlen. So ist uns eine durch­sichtige Arbeit unglaublich wichtig. Gerne verschicken wir täglich Bilder von erlebten Situa­tionen um die Eltern am Alltag der Kinder teilhaben zu lassen.

 

 

 

Wir verfolgen einen wahrnehmungs- und erlebnisorientierten Ansatz in unserer Arbeit. Wir bieten eine anregende Lern- und Erfahrungsumgebung und regen die Kinder mittels al­tersgerechter Materialien (siehe Punkt Spielmaterialien) an, eigene Bedürfnisse und Interessen zu entwickeln. Wir geben den Kinder genügend Raum für freies Spiel, in dem sie sich selbst entdecken, Grenzen und Bedürfnisse der Anderen respektieren und ihre Umwelt erforschen zu können.

 

 

 

 

 

4. Kooperation

 

 

 

 

Die Eltern der uns anvertrauten Kinder sind ein wichtiger Kooperationspartner um die von uns gesetzten konzeptionellen und in Absprache mit den Eltern getroffenen individuellen Ziele zu erreichen. Wir berücksichtigen hierbei auch insbesondere, dass es für die Eltern bedeutsam ist, einen zuverlässigen Partner in uns zu finden und sie ihre Kinder bei uns gut aufgehoben wissen – wie oben auch schon erwähnt. Wir kooperiere daher sehr eng mit den Eltern. Natürlich finden tägliche kurze Gespräche beim Bringen und Abholen der Kin­der statt, in denen kurz Tagesaktualitäten besprochen werden. Es finden zudem regelmä­ßige Elterngespräche und -abende statt. Die Eltern werden über den Stand und die Ent­wicklung des Kindes informiert. Auf den Elternabenden werden Wünsche und Bedürfnisse der Eltern aufgenommen.

 

 

 

Wir stehen in Kooperation mit einer ausgebildeten Musikgartentherapeutin, die uns wö­chentlich besucht und im Bereich der Musikerziehung die ganzheitliche Entwicklung des Kindes im Hinblick auf musikalische Begabung, Sozialverhalten und Lernen fördert (siehe Punkt Musik).

 

 

 

Eine weitere Kooperation besteht zur fußläufig erreichbaren Turnverein, in der wir die Turnhalle wöchentlich ein Mal nutzen können (siehe Punkt Bewegung).

 

  

 

Weitere Kooperation besteht zur Abteilung 52. Hierbei ist es uns wichtig, durch Absprachen und regelmäßige Kontakte die Qualität unserer Arbeit zu gewährleisten und weiter auszubauen.

 

 

 

Wir kooperieren selbstverständlich auch intern. Jeder ist Bezugsperson für die ihr anvertrauten Kinder. Gleichwohl werden die Kinder im Betreuungsalltag auch gemeinsam betreut. Daher sind interne Absprachen untereinander wichtig für eine planvolle Zusammenarbeit. Wir tauschen uns täglich über die aktuellen Ereignisse aus und besprechen Erziehungsfragen und Entwicklungsschritte der Kinder. Wir streben eine reflektierte, professionelle und qualitative Arbeit an, die die interne Kooperation voraussetzt.

 

 

 

 

 

5. Ziele und Methoden

 

 

 

Der gesetzlichen Auftrag in der Kindertagespflege besteht in der Betreuung, Erziehung und Förderung der Kinder. Unser größtes Anliegen ist es das Kind in all seinen Bedürfnissen und Anlagen zu fördern.

 

Wobei wir unsere persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben versuchen nicht im Rahmen der Tagespflege im Fokus zu sehen.

 

 

 

5.1 Musik

 

 

 

Aufbau der Musikgartenstunde:

 

Auch hier gibt es einen immer wiederkehrenden Aufbau. Die Kinder werden mit einem Lied, in welchem sie mit Namen genannt werden, begrüsst. Danach kommen Lieder, die durch Handbewegungen unterstützt werden. Viele Lieder übernehmen wir in unseren Morgenkreis, so dass gerade dieser Teil der Stunde viel Freude bereitet, da sie Erlerntes wiedergeben können. Nun kommt ein Teil in dem getanzt wird. Zur Musik wird schnell gelaufen, und auch langsam. Die Beine geschwungen, mit den Händen auf den Boden geklopft, schwingende Bewegungen mit den Armen oder mit den Füssen getrampelt. Oft bringt Sonja (unsere Musikgartentherapeutin) neue Musikinstrumente mit, die die Kinder ausprobieren und zur Unterstützung beim Singen genutzt werden. Zum Schluss gibt es ein bestimmtes Abschlusslied, in dem jedes Kind wieder mit seinem Namen und einer von ihm ausgesuchten Bewegung verabschiedet wird. Bei dem Begrüssungs- und Abschlusslied der Therapeutin, handelt es sich nicht um das selbe was ich im Morgenkreis benutze, da ich denke, dass die Kinder so besser beide Aktionen voneinander differenzieren können.

 

 

 

Unser Morgenkreis:

 

Wie schon erwähnt, ist der Morgenkreis ein fester Bestandteil unseres Alltags. Wir rufen zum Singen, und schon schwirren alle Kinder zu ihrem Teppich und suchen sich eine Farbe aus um sich dann auf diesen zu setzen. Wir beginnen immer mit dem selben Lied. Wir begrüssen jedes einzelne Kind mit einem herrlichen guten Morgen. Das Kind darf sich dann eine Bewegung wünschen, die wir dann für dieses machen sollen. Wie zum Beispiel: wie ein Bagger mit den Händen baggern, winken, die Hände rollen, fliegen wie ein Flugzeug, wie ein Trekker fahren, mit den Händen patschen, die Hände drehen, wie große Bäume mit Blättern an den Händen hin und her schwingen oder auf den Boden trommeln. Es kommen immer wieder neue Ideen, die wir versuchen umzusetzen. Aber natürlich wird auch oft auf Altbewährtes zurückgegriffen. Danach kommt eine kleine Auswahl von Liedern, die wir täglich neu zusammenstellen. Alle unsere Lieder werden mit Handbewegungen unterstützt. So können die Großen schon wirklich mitsingen, die Kleinen die Handbewegungen andeuten und für die Mittleren lassen wir gerne prägnante Wörter weg, so dass sie die Sätze/Strophen ausfüllen können. Viele Lieder werden gerne 2 Mal gesunden. Beim zweiten Mal kommen die Kinder einfach besser in das Lied rein. Oft gibt es ein aktuelles Lieblingslied. Da kann es auch mal sein, dass das Lied 8 Mal gesungen wird. Es gibt keine Vorgabe, wie viele Lieder wir am Tag schaffen wollen. Mal sind es 3 und manchmal auch 10. So lange die meisten Kinder noch Spaß haben, versuche ich alle bei der Stange zu behalten. Oft klappt dieses, in dem wir die Situation verändern. Wir stehen zum Singen auf oder hüpfen wie Frösche. Oft reicht es aber auch mitreißend motiviert und mit Freude dabei zu sein. Zum Schluss beenden wir den Morgenkreis immer mit dem selben Lied.

 

 

 

5.2 Bewegung

 

 

 

Bewegung nimmt bei uns einen großen Raum ein. Unserer Meinung nach werden viele Entwicklungsschritte durch Bewegung angeregt. Das Ich-Empfinden wird gestärkt. So gestalten wir gerade in unserem kleinen Garten einen Barfußpark, auch eine große Sandkiste steht zur Verfügung und eine Terrasse auf der Bobbycars und Wutsch oder Holzroller gefahren werden. Außerdem nutzen wir gerne den Innenhof vor unserem Haus zum Toben. Diese sind über unseren Parkplatz, der mit Kopfsteinflaster ausgelegt ist, begehbar. Auf der Wiese gibt es oft unterschiedliche Höhen von Gras, da verschiedene Partein fürs Rasenmähen verantwortlich sind. Hier spielen wir Fußball, laufen um die Wette, lassen Drachen steigen oder Hubschrauber in die Höhe sausen. Auch ein Trampolin, eine Rutsche und bei gutem Wetter ein Planschbecken, stehen zur Verfügung.

 

Spaziergänge:

 

Spaziergänge sind fest in unserem Alltag integriert. Hier gibt es die Regel: alle Kinder dürfen selbstständig gehen, allerdings nur neben der Straße auf der Rasenfläche. Auf dem Weg besuchen wir dann Schafe und Ziegen. Danach geht es auf einen Feldweg, der nicht mehr asphaltiert ist. Auch Erdhügel überqueren unseren Weg und laden immer zu einer Pause ein. Bei schönem Wetter entdecken wir all dieses auch gerne Barfuß.

 

Turnhalle:

 

Mit unserem 6er-Bollerwagen ist geplant zukünftig wöchentlich einen Ausflug zur Turnhalle im Dorf zu machen. Hier stehen uns Halle und Materialien zur Verfügung. So haben wir viel Platz um zu toben und neues Material zu entdecken. Wöchentlich werden kleine Stationen aufgebaut, in denen die Kinder ihre Balance und Wahrnehmung schulen können.

 

 

 

 

 

5.3 Wahrnehmung

 

 

 

Wahrnehmung hat für uns einen hohen Stellenwert. Besonders in der Arbeit mit Kindern zwischen 0 und 3 Jahren. Eins der wichtigsten Ziele für ein pädagogisches Angebot. Das Thema steht fast den ganzen Tag mit im Raum. Auch wenn es nicht als pädagogisches Angebot ausgeschrieben wird. Wie ist Händewaschen mit Seife und auch ohne? Fühlbücher, Materialunterschiede (siehe Spielzeug). Beim Eincremen, was fehlt noch? Am Spannendsten ist, wenn Kinder selbst entdecken oder durch die Umwelt geleitet werden (siehe Bewegung). Wie schon erwähnt steht im pädagogischen Angebot die Wahrnehmung im Fokus. So haben wir einen Tag in der Woche, an dem wir - wenn es in die Gruppe passt – ein wahrnehmungsorientiertes Angebot anbieten. So matschen wir mit Rasierschaum an unserem Riesenspiegel, malen mit Fingerfarbe, basteln gerne mit Kleister und Transparentpapier oder stellen einfach mal eine Wanne Wasser in die Sandkiste. Was kann man damit machen? Den Sand nass? Was passiert wenn wir diesen nun anfassen und nun mit den Matschhänden die Finger wieder ins Wasser tauchen?

 

Auch Ausflüge finden immer wieder Platz in unserer Arbeit. Besonders Aktionen finden wir wahnsinnig wichtig. Kinderaugen fangen an zu leuchten, wenn sie merken dass wir uns auf die Reise machen – so ist ein beliebtes Ziel der Barfußpark oder auch der nahegelegene Ponyhof.

 

 

 

 

 

5.4 Freiräume lassen

 

 

 

Freiräume lassen scheint in unserer Arbeit oft so sehr verpöhnt, ist aber einer unserer wichtigsten Grundsätze in der Arbeit mit so kleinen Kindern. Wir finden es immer wieder spannend zu beobachten wie viele tolle Ideen und Interaktionen zwischen den Kindern entstehen, wenn man sie einfach mal lässt. So ist unserer Meinung nach dies eines der effektivsten Förderansätze in diesem Alter. Wir sind immer wieder entzückt zu sehen mit wie wenig sich Kinder unglaublich lange beschäftigen. Außerdem kommen so alle Kinder zu ihren Bedürfnissen. Auf unserer Ackerwiese ist es die größte Herausforderung für unsere Kleinsten diese zu überqueren. Die Großen schnappen sich einen Fußball und können sich diesen selbstständig hin und her schießen. Wir lassen Kinder täglich Freiraum für das freie Spiel. Besonders zum Ankommen und zur Verabschiedung steht es im Mittelpunkt. Dabei haben wir jederzeit den Überblick und schätzen immer wieder aufs Neue ein, ob es allen gut geht. So kann natürlich auch schnell aus dem Freispiel ein angeleitetes Freispiel werden.

 

 

 

 

 

5.5 Ernährung

 

 

 

Man ist was man isst. Gerade bei den ganz Kleinen sehr wichtig, da wir der Meinung sind, dass man hier den Grundstein des bewussten Ernährens legt. Es ist wichtig ein Gefühl für gesunde Ernährung zu bekommen und zu wissen wie diese entsteht. Frühstück wird von uns zur Verfügung gestellt. Es ist hier schon faszinierend was Kinder alles essen, was nach Berichten der Eltern nicht angerührt wird. Weißbrot mit Nutella ist für uns keine Option zum Frühstück. Brot wird von uns immer frisch gebacken – dazu reichen wir noch Knäckebrot (was auch wahrnehmungstechnisch im Mundbereich wieder 2 schöne Kontraste bietet). Im Aufstrich wird variiert. Leberwurst darf nicht fehlen. Und auch auf Frischkäse legen die Kinder viel Wert. Mortadella, Käse, Salami, Geflügelwurst sind auch dabei. Süßspeisen findet man nicht. Keine Marmelade, Nutella, Erdnussbutter. Das bleibt den Kindern im Elternhaus vorbehalten. Dazu wird täglich frischen Obst und Gemüse aufgeschnitten. Hier gibt es auch gleich mehrere Teller, so dass jedes Kind sich jederzeit bedienen kann. Die Brote werden von uns in Schnittchen vorberietet und mit Tellern von einem Kind zum anderen gereicht. Jedes Kind kann sich dann nehmen worauf es Lust hat. Dazu gibt es ausschließlich Wasser bei uns zu trinken. Im Winter koche ich auch gerne mal einen Tee auf – natürlich ungesüßt. Getränke stehen den Kindern in ihren eigenen Flaschen den ganzen Tag zur Verfügung. Auch Trinken ist ein wichtiger Punkt und wir halten die Kinder immer wieder zum Trinken an. Es werden über den Tag verteilt Trinkpausen eingelegt. Kinder die nicht so gut trinken, werden daran erinnert oder spielerisch dazu animiert. Kannst Du das aus deiner schweren Flasche trinken? Oder einfach nur Prost. Diese Fragen werden natürlich in die Gruppen mit eingefügt. Zwischen Frühstück und Mittag gibt es nochmals eine Obstpause. Erneut wird Obst und Gemüse aufgeschnitten. Zum Mittag arbeiten wir größtenteils mit Apetito. Die frische Zutaten schonend für unter 3jährige zubereiten und schock-gefroren. Ohne die Kühlkette zu unterbrechen lagern diese Speisen dann im eigens dafür angeschafften Gefrierschrank und werden schonend mit einem speziellen Dampfgarer aufgewärmt, so dass noch alle Vitamine vorhanden sind. Natürlich werden nur Vollkornnudeln und Naturreis verwendet. Zu einer gesunden Ernährung gehört auch eine gesunde Esskultur. Wir wünschen uns allen einen guten Appetit, fangen erst an wenn jeder ein Lätzchen, Gabel oder Löffel, so wie Essen hat. Auch das Warten am Tisch bis der Letzte aufgegessen hat, gehört dazu. Bei den ganz Kleinen werden natürlich Ausnahmen gemacht. Aber wo kommt das Essen her? Da nutzen wir das Glück auf dem Land zu leben. Wir verfolgen das Wachsen der Früchte und Gemüsesorten oder auch Nüsse. Alleine auf unserem Grundstück befinden sich Apfelbäume, Kirschbäume und ein Haselnussstrauch. Zum bebauten Ackerland machen wir gerne einen Spaziergang. Sehr interessiert haben wir die Kohlrabi-Ernte verfolgt und durften uns auch selbst welche vom Feld mitnehmen. Dieser wurde dann roh gekostet und gleich darauf zum Mittag frisch serviert. Nun beobachten wir die Kartoffeln und schon jetzt wurde mit dem Bauern besprochen, dass wir auch wieder ein paar Kartoffeln ernten dürfen. Eine lila Kuh gibt es nicht. Und auch kein Bär bringt die Milch. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die man den Kindern nicht früh genug mitgeben kann. Nach dem Mittagsschlaf mache ich gerne noch eine Crackerpause. Hier verzichte ich auf Weizenprodukte. Dinkelcracker, Hirsekringel und Vollkornbrezel sind eine tolle Alternative.

 

 

 

 

 

5.6 Rituale und Regeln

 

 

 

 

Sie sind ein ständiger Begleiter unseres Alltags. Sie sind für Kinder so wichtig – was uns die Arbeit bisher auch bestätigt hat. Die Kinder fordern einen regelrecht auf, die Rituale aufrecht zu erhalten. Rituale geben Kindern das Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit. So ist es ein tolles Gefühl zu wissen, dass auf die eine Aktion eine andere folgt. So fängt bei uns schon der Abschied der Eltern, mit dem Ritual an, dass die Kinder die Eltern rausschmeissen. Das Gefühl von, wir wollen jetzt hier alleine sein und in Ruhe spielen, ist schöner als das Gefühl „meine Eltern müssen mich jetzt verlassen und zur Arbeit gehen“. Auch wenn die Kinder sofort los laufen und anfangen wollen zu spielen, rufen wir sie freundlich zurück und lasse sie jeden Tag die Verabschiedung bewusst erleben. Sie schmeissen die Eltern raus und nur dann sind sie auch wirklich weg. Zu einer festen Uhrzeit wird Frühstück gegessen. Danach machen wir unseren alltäglichen Morgenkreis (siehe oben). Wenn man nur etwas länger fürs Aufräumen braucht, sitzen die Kinder schon auf ihren Teppichen und starten mit dem Begrüßungslied. Auch das Ritual vor dem Mittag aufzuräumen oder das tägliche Guten-Appetit-Sagen vor dem Essen und Warten bis alle aufgegessen haben, gehören dazu. Das ist ein Ritual, aber auch eine Wertschätzung den anderen Kindern gegenüber, was eins der wichtigsten Werte ist, die wir den Kleinen mitgeben können. Wir haben klare Regeln, die wir immer wieder wiederholen. Es wird nicht gehauen, wir nehmen den anderen Kindern kein Spielzeug weg. Dabei achten wir aber immer wieder darauf, eher positiv zu bestärken als den ganzen Tag zu meckern. „Toll dass Du gleich gewartet hast“. Wenn es dann doch mal ungerecht zugeht und sich zwei Kinder streiten wird immer erst das „verletzte“ Kind (ob seelisch oder körperlich) betreut. Oft besprechen wir dabei dann die Situation und reflektieren mit den Kindern was passiert ist. Dabei wird schon oft klar, dass Hauen doof ist. Bei klaren Regelverstößen scheuen wir auch nicht davor mit klarer Sprache ein strenges Wort zu sprechen.

 

 

 

 

 

5.7 Spielmaterialien

 

 

 

Es ist uns wichtig bei den zur Verfügung stehenden Spielsachen auf Qualität zu achten – so sind alle Materialien schadstoffgeprüft, sauber und funktionstüchtig. Bei der Auswahl ist es uns wichtig, dass jegliche Materialien vorhanden sind. Natürlich bevorzugen wir Holzmaterialien, aber auch Kuscheltiere, Plastikspielzeug und Tücher sind beispielsweise in den Räumen zu finden. Um Spielzeug überhaupt bespielen zu können, sollte es repräsentativ untergebracht sein und nicht in der Masse untergehen. So werden die Spielsachen regelmäßig umsortiert und kaputte Spielsachen/Bücher aussortiert.

 

Um Ruhe, Platz oder eine gemütliche Ecke zu finden haben wir die Standorte der Spielsachen bewusst gewählt. So steht das Bällebad in der seperaten Garderobe und die Bälle dürfen dort auch mal durch den Raum geworfen werden. Bücher stehen neben unserem Podest, das mit Decken und Kissen ausgelegt ist und zum gemütlichen Lesen einlädt. Eine Hochebene ist angeschafft und wird in den nächsten Wochen aufgebaut, in der unten eine höhlenartige Atmosphäre herrscht und im Oberbereich die Möglichkeit bietet die Perspektive zu verändern. Das Kastanienbad steht in einer ruhigen Ecke des Raumes mit einer Bedeckung, so dass wir dieses gewählt zur Verfügung stellen können. Stifte und Malblätter liegen in Griffhöhe der Kinder, allerdings in einer Schublade, so dass der Einsatz gewählt erfolgen kann.

 

 

 

5.8 Raumgestaltung

 

 

 

Ein schönes ansprechendes Umfeld ist nicht nur uns Erwachsen wichtig. Auch Kinder halten sich gerne in positiv gestalteten Räumen auf. So war uns eine Ansprechende Gestaltung der Räume sehr wichtig und auch ein finanzieller und zeitlicher Mehraufwand wert. So ist beispielsweise unsere Garderobe aus speziellen Holz selbst angefertigt worden. Die Wände mit ansprechenden Klebestickern verziert und sogar bei der Lampenwahl stand die Stimmigkeit im Vordergrund.

 

 

 

 

 

 

6. Schlussbemerkung

 


Wir möchten nochmal erwähnen, dass unsere Arbeit nicht den Anspruch einer Förderstätte hat, sondern dass wir die Kinder unterstützen und begleiten.

 

All die von uns dargestellten Punkte können natürlich nur umgesetzt werden und mit Freude erlebt werden, wenn die Grundbedürfnisse der Kinder gedeckt sind. So haben wir regelmäßige Wickelzeiten und ein individuelles Wickeln, was sich nach dem Bedürfniss des einzelnen Kindes richtet. Nach jedem Essen werden die Hände und das Gesicht gewaschen, und auch Taschentücher sind an jeder Stelle griffbereit, so dass Schnotternasen bei uns keine Chance haben.